den Zweiten S-Bahn-Stammstrecken-Tunnel überflüssig machen und zu einem deutlich besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis führen könnte. Dies geht aus einem Schreiben hervor, mit dem Ministerpräsident Horst Seehofer Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet auf dessen Intervention zugunsten der raschen Verwirklichung der Zweiten S-Bahn-Stammstrecke geantwortet hat. Diese Untersuchung soll bis ca. Ende Februar abgeschlossen werden.  Der Ministerpräsident unterstreicht gleichzeitig, dass die beiden vom Wirtschaftsminister in Auftrag gegebenen Gutachten eine schlüssige Lösung präsentieren. Deshalb habe das Kabinett am 15. Dezember 2009 das Konzept zur Realisierung der Zweiten S-Bahn-Stammstrecke  sowie zur ersten Baustufe des Ost-Korridors grundsätzlich gebilligt und den Wirtschaftsminister beauftragt, zügig mit Bundesverkehrsminister Ramsauer Verhandlungen über die zur Realisierung erforderlichen Bundesmittel zu führen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben Seehofers weiter: „Es besteht die zeitlich begrenzte Chance, im Rahmen eines Olympia-Budgets “außerplanmäßige“ Mittel des Bundes zu akquirieren und so - ähnlich wie im Jahr 1972 - die Bewerbung um ein herausragendes Sportereignis mit einem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zu verbinden. Diese Chancen müssen wir nützen.“  Bocklet hatte sich in seinem Schreiben, das er auch im Namen seiner Kollegen aus dem Münchner Umland an den Ministerpräsidenten richtete, nachdrücklich für die rasche Verwirklichung der Zweiten S-Bahn-Stammstrecke eingesetzt. Wörtlich betonte der Landtagsvizepräsident: „Der 2. S-Bahn-Tunnel ist für die Ertüchtigung des Münchner S-Bahn-Systems, welches täglich 2/3 aller bayerischen SPNV-Fahrgäste nutzen, unerlässlich“. Dabei ging Bocklet auch auf die besondere S-Bahn-Situation westlich von München ein. „Aufgrund der Westlastigkeit des Münchner S-Bahn-Netzes ist es notwendig, die nicht in der 1. Stammstrecke unterzubringenden S-Bahnen aus dem Westen über die 2. Stammstrecke in den Münchner Osten zu leiten. Die für diese 2. Stammstrecke vorgesehenen  Züge aus dem Westen müssten bei Wegfall der 2. Stammstrecke über die Basisvariante Nordtunnel geführt werden und gelangen nicht mehr zu den wichtigen Verknüpfungspunkten am Marienplatz oder Ostbahnhof, sondern landen nur im “boomenden Münchner Norden“ (Blume). Dafür dürfte es aber bei vielen Fahrgästen der West-S-Bahnen keine gesteigerte Nachfrage geben“, hieß es in dem Schreiben an den Ministerpräsidenten.  

Demgegenüber bestehe nur ein untergeordneter Bedarf an Regionalzug- wie an Fernverkehrsdurchbindungen. Als längerfristige Perspektive könne - auch im Sinne des Transeuropäischen Netzes - die Fernverkehrserreichbarkeit des Flughafens München über die Pasinger Kurve sichergestellt werden, so der Landtagsvizepräsident.